Da fing es an...die Sache mit den Engländern!

1171/72 fiel der englische König Heinrich II. mit Billigung der Kirche in Irland ein und machte die Insel zur Lordschaft Irland. Die Barone, die die gälische Aristokratie aus den von ihnen besetzten Gebieten vertrieben, errichteten ein Feudalsystem in der Art, wie es ihre Vorfahren von Frankreich nach England gebracht hatten.
Besiedlung und Unterdrückung der Sprache gingen weiter. 1534 setzte der englische König Heinrich VIII. den Grafen von Kildare als seinen Stellvertreter in Irland ab. Sieben Jahre später, 1541, ließ er sich schließlich vom irischen Parlament, das nur aus englandtreuen Abgeordneten bestand, zum König von Irland ausrufen. Sein Versuch, die Iren der neuen anglikanischen Kirche anzuschließen, führte nur zu Aufständen der irischen Katholiken. Darauf reagierte Heinrich, indem er über 400 irische Klöster zerstören ließ und irische Ländereien an Engländer vergab. Diese Politik wurde von seinen Nachfolgern fortgesetzt.
Aufstände der Iren in Munster (1569-83) und Ulster (1595) scheiterten trotz massiver Unterstützung durch Spanien.

 

....sie wollten das Sagen haben

1603 beseitigte der englische König Jacob I. das traditonelle soziale und politische System der Stammesführer und führte stattdessen die Zentralgewalt in Dublin und das englische "common law" ein.
Durch systematische Neuansiedelung stellten die Protestanten bald die Mehrheit in der Provinz Ulster.
Doch die Aufstände hörten auch im 17.Jahrhundert nicht auf. 1690 fügte der Protestant Wilhelm II. von Oranien in der Schlacht von Boyne den Iren unter dem abgesetzten katholisch-englischen König James II. eine vernichtende Niederlage zu. Dieses Ereignis wird noch heute in Nordirland mit den umstrittenen Märschen der Oranierorden gefeiert. Daraufhin lösten in ganz Irland Protestanten die bisherigen katholischen Landbesitzer ab. Fortan beherrschte die englische Aristokratie Irland.
Die patriotisch-protestantische Partei erreichte 1782-83 die politische Gleichberechtigung Irlands und seines Parlaments, das seitdem eigene Gesetze erlassen darf. Doch gezielte Handelsverbote für irische Wollerzeugnisse machten Irland bald zu einem rückständigen, wie eine Kolonie ausgebeuteten Armenhaus.

 

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